Würzburg fliegt
100 Jahre Motorflug 1903 bis 2003

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Am 28. und 29. Juni 2003 fand in Würzburg am Flugplatz Schenkenturm an zwei wundervollen Sommertagen nach langen Jahren wieder ein Flugtag statt.
Wir, der Flugsport-Club Würzburg, wollten damit an das 100-jährige Jubiläum des ersten Motorfluges in der Geschichte der Fliegerei im Jahr 1903 erinnern.
Dabei sollte dem Publikum ein großes Spektrum der Fliegerei geboten werden: Oldtimer, Kunstflug mit Motorflugzeugen sowie mit Segelflugzeugen, der Modellflug mit technisch aufwendigen, den Originalflugzeugen nachgebildeten Modellen, Fallschirmsprüngen sowie der Möglichkeit, an Rundflügen in unterschiedlichen Flugzeugen über unserer Stadt teilzunehmen.

Der Flugsport-Club Würzburg  bedankt sich bei allen Mitwirkenden für die Flugdarbietungen mit ihren Oldtimern, Segelflugzeugen, Kunstflugzeugen, Fallschirmsprüngen und Flugmodellen, die das Publikum zwei Tage begeisterten und zum Erfolg dieser Veranstaltung beitrugen.

Im Bild die Oberbürgermeisterin der Stadt Würzburg, Frau Pia Beckmann, bei ihrem Besuch auf unserer Veranstaltung. An ihrer Seite Herr Ulrich Schell, der Pilot der ‘Pitts S1S’ (links) sowie unser 1. Vorstand, Herr Heinz Gräf (rechts).

Möchten Sie sich an uns wenden mit Fragen, Anregungen oder auch Kritik zu unserer Veranstaltung, so können Sie dies unter der folgenden email-Adresse tun:

Auf unserer Seite Links haben wir zu manchen der Teilnehmer (leider besitzt noch nicht jeder eine eigene Website) einen Link hinterlegt.


Bericht und Fotos zu ‘Würzburg fliegt’

Im Verbandsflug wurde die ‘Bücker Jungmann 131 E’ D-EDWK von Hans Lechner und der ‘Bücker Jungmeister 133 C’ D-EKRE von Erich Reichert über unserem Flugplatz vorgeflogen. Der Jungmeister wurde 1937 bei Dornier in Altenrhein (Schweiz) gebaut und erhielt die Werknummer 5. Der Jungmann ist ein Lizenzbau, er wurde 1954 in Spanien bei C.A.S.A. für die spanische Luftwaffe gebaut und verließ mit der Werknummer 470 die Fertigungshallen.

Weitere Fotos - Staffelflug mit Bücker

Die gelbe ‘Bücker Jungmann 131 B’ A-14 von Hans Hörber wurde bei Dornier in Altenrhein im Jahr 1938 mit der Werknummer 23 gebaut. Sie besitzt heute noch den Originalmotor, einen ‘Hirth HM 504’ mit 100 PS. Die Instrumentierung ist bis auf eine Ergänzung originalgetreu. Der ‘Kiebitz’ mit der Kennung D-MWAE ist ein Ultraleichtflugzeug.

Weitere Fotos - Doppeldecker

Wer noch nie einen Segelkunstflug gesehen hat, konnte dies an den beiden Veranstaltungstagen bei uns erleben. Da war zum einen der Kunstflug mit einem ‘DFS Habicht’. Dieses Segelflugzeug wurde von der Familie Zahn nach Originalzeichnungen von 1999 bis 2001 in ca. 5000 Arbeitsstunden neu gebaut. In der ‘DFS Darmstadt’ wurde 1936 von Dipl.Ing. Hans Jacobs das Leistungs- und Kunstflugzeug ‘Habicht’ konstruiert. Es war das erste für Kunstflug gebaute Segelflugzeug. Mit dem ‘DFS Habicht’ wurde von Christoph Zahn beeindruckender Segelkunstflug mit musikalischer Untermalung vorgeführt.

Weitere Fotos - Segelkunstflug mit dem DFS Habicht

Ebenfalls ein faszinierender Segelkunstflug wurde durch die ‘Synchron-Flyers’ gezeigt. Sie beherrschen den sog. ‘Spiegelflug’ in Perfektion. Die Segelflugzeuge vom Typ LO 100 mit 10 m Spannweite wurden von Alfred Vogt 1952 für den Segelkunstflug konstruiert. Ulrich Schell (Pilot der ‘Pitts S1S‘) brachte beide L0 100 im Doppelschlepp auf die notwendige Ausgangshöhe. Mit Musik und Rauch untermalt spulten Ludwig Fuß und Herbert Lehner ihr Synchronsegelkunstflugprogramm mit atemberaubenden Flugfiguren ab. Nach der Landung der beiden LO 100 bot Ulrich Schell mit der ‘Pitts S1S’ Motorkunstflug vom Feinsten.

Weitere Fotos - Segelkunstflug der Synchron-Flyers

Das ‘Grunau Baby III’ D-4642 wurde von 1952 bis 1954 nach der Wiederzulassung des Flugsports in Deutschland mit der Werknummer 1 gebaut. Herr Wilfried Vahrenholt hat diesen Segelflugoldtimer eindrucksvoll vorgeflogen.

Weitere Fotos - Segelflug mit dem Grunau Baby

Die ‘Pitts S1S’ wurde von Curtis Pitts bereits 1943 konstruiert. Die amerikanische Kunstfliegerin Betty Skelton wurde mit ihrer auf ‘Little Stinker’ getauften Pitts 1948, 1949 und 1950 internationale Kunstflugmeisterin. Ulrich Schell flog am Schenkenturm die ‘Pitts S1S’ eindrucksvoll durch ein abwechslungsreiches Kunstflugprogramm. Mit der Zlin wollten wir an Norbert Holzberger erinnern. Norbert Holzberger war Mitglied im Flugsport-Club Würzburg, 1971 wurde er in Carcassone Vize-Europameister. National war er zweifacher deutscher Vizemeister. Bei einer Vorführung mit dem neuen ‘Acrostar’ stürzte er am 6.5.1972 am Flugplatz Schenkenturm tödlich ab. Die ‘Zlin 526 M’ D-ELKF wurde von Paul Erhardt am Schenkenturm geflogen. In der Sportsmann-Kategorie wurde Paul Erhardt 1989 und 1991 deutscher Kunstflugmeister. Die hessischen Kunstflugmeisterschaften konnte er 1996 und 1998 für sich entscheiden.

Weitere Fotos - Kunstflug

Der Modellflug wurde ebenfalls in unterschiedlichen Ausführungen dem Publikum gezeigt. In einem Formationsflug wurden 3 Lockheed ‘Super Constellations’ geflogen. Diese Modelle wurden von Willi Kling gebaut und haben jeweils eine Spannweite von 3,85 m, der Antrieb erfolgt durch 4 Verbrennungsmotoren mit je 11,5 cm³. Die drei Piloten dieser Formation sind Uli Richter, Alexander Obolonsky und Wolfgang Renno.

Weitere Fotos - Modellflug - Staffel von Super Constellations

Die ‘Phantomstaffel Bayern’ besteht seit 32 Jahren, begonnen wurde damals mit Propellergetriebenen Flugmodellen. Vor zwei Jahren wurde dann auf neue Modelle mit Turbinen umgestellt. Die Maschinen sind eine Eigenentwicklung und werden von einem der Staffelmitglieder gefertigt. Die Maschinen haben ein Abfluggewicht von 18 kg, die Frank-Turbine entwickelt einen Standschub je nach Außentemperatur von 16 bis 18 kg. Die Maschinen haben jeweils eine Länge von 2,57 m und eine Spannweite von 1,70 m. Die Lackierungen sind Standardlackierungen der Bundeswehr bzw. Sonderlackierungen der Bundeswehr anläßlich von Staffeljubiläumsflugtagen. Die derzeitige Formation besteht aus den Piloten Heinz Eisenschink (Staffelsprecher), Karl-Heinz Iwan, Hans Vief und Roland Raith.

Weitere Fotos - Modellflug - Phantomstaffel Bayern

Weitere Staffelflüge wurden von dem Team Robert Fuchs, Wolfgang Kappler und Mark Petrak vorgeführt. Als Modelle kamen hierbei ‘L39 Albatros’-Jets zum Einsatz. Ebenso wurde von diesem Team Freestyle-Kunstflug vom Feinsten geboten, der Schwierigkeitsgrad der gezeigten Figuren war dabei auf höchstem Niveau. Sebastian Fuchs, der Sohn von Robert Fuchs, hat ebenfalls sein Können mit der ‘Funtana S’ gezeigt.

Weitere Fotos - Modellflug - Albatros-Jets und Kunstflug

Wer wollte, konnte an diesen Tagen auch einmal einen Tandemsprung aus einer Höhe von 3000 m wagen. Auffällig war dabei das Zahlenverhältnis bei Tandemsprüngen zwischen den beiden Geschlechtern. Die Tandemsprünge wurden deutlich häufiger von Frauen als von Männern gebucht. Sind die Frauen mutiger? Oder sind die Männer einfach nur sparsamer?

Weitere Fotos - Fallschirmsprünge

Bei unserer Veranstaltung gab es die Möglichkeit, nicht nur mit unseren vereinseigenen Flugzeugen, sondern auch mit nicht alltäglichen Flugzeugen einen Rundflug erleben zu können. Zum einen war eine ‘Antonow An-2’ am Platz, diese gilt als der Welt größte Doppeldecker. Entwickelt wurden diese Flugzeuge für den Arbeitseinsatz in der Sowjetunion. Dieses Flugzeug kann trotz seiner enormen Größe auf einer sehr kurzen Start- und Landebahn eingesetzt werden und kann bis zu 9 Passagiere gleichzeitig befördern. Oder aber man wählte den Rundflug mit einer von zwei ‘Dornier Do27’.

Weitere Fotos - Rundflüge

Leider können wir hier an dieser Stelle nun nicht mehr alle Flugzeuge in Bild und Text vorstellen, auch wenn einige dieser Flugzeuge oder deren Besitzer eine eigene Geschichte wert wären. Um nur einige zu nennen, wären das zum Beispiel eine Cri Cri MC15, das kleinste zweimotorige manntragende Flugzeug der Welt. Diese Cri Cri hat eine Spannweite von nur 5 m und ein Fluggewicht von max. 170 kg. Auch war Horst-Peter Wölfel mit seiner ‘Beechcraft Bonanza’ anwesend. Er hat mit dieser gemeinsam mit zwei befreundeten Piloten im Jahr 1999 die Welt umrundet, dies ist auch in unserer heutigen Zeit noch als ein Abenteuer zu sehen. Eine ‘Christen Eagle’, ein Kunstflugzeug war ebenfalls noch zu sehen. Und, und, und...

Weitere Fotos von Flugzeugen

Einer unserer Sponsoren war mit der Ausstellung des BMW-Williams von Ralf Schumacher aus der Formel 1-Saison 2002 am Flugplatz. Auch die Bundeswehr hat mit der Ausstellung von 2 Huschraubern mitgewirkt, diese gehören zur in Veitshöchheim stationierten ‘Division Luftbewegliche Operationen’.

Weitere Fotos - Ausstellungen



Autoren: Stumpf Mario, Gruß Michael
Fotos: Stumpf Mario, Röhm Jürgen, Hannecke Nicolas


 

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