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VereinsgeschichteDer Flugsport-Club Würzburg e.V. von 1950 bis heuteSeite 2 von 3 Die Stadt Würzburg übernahm 1961 das Gelände am Schenkenfeld, und die Amerikaner errichteten eine Raketenstellung. Wieder war der Flugsport-Club in Karlstadt und Giebelstadt zu Gast. Erst ab 1965 war die ‘Segelflug-Odyssee’ zu Ende. Der FSCW bekam die Erlaubnis, an den Wochenenden den nunmehr städtischen Flugplatz Schenkenturm mitzubenutzen. Erster hauptamtlicher Flugleiter wurde unser Gründungsmitglied Helmut Gerst. Nun nahm der Segelflugsport in Würzburg einen rasanten Aufschwung. Unter Führung des unermüdlichen 1. Vorsitzenden Dr. Fritz Därr konnte der zuerst nur angemietete Dopppeldecker ‘Focke-Wulf FW 44 Stieglitz’ 1967 von dem Kunstflieger Norbert Holzberger käuflich erworben werden. ![]() Holzberger, der 1963 das Segelfliegen im FSCW erlernt und danach auch seinen Motorschein mit Kunstflugberechtigung erworben hatte, war ein großer Gönner der Vereins. Hochtalentiert erreichte er in kürzester Zeit herausragende Platzierungen bei deutschen und internationalen Kunstflugmeisterschaften: Vizeeuropameister 1971 in Carcassonne, Frankreich, und zweifacher deutscher Vizemeister. Bei diesen drei Meisterschaften war als Betreuer und ‘Schmiermaxe’ der spätere 1. Vorsitzende Heinz Gräf dabei. Mehrfach nahm Holzberger auch an Weltmeisterschaften mit gutem Erfolg teil. Alle diese Erfolge hatte er mit einem tschechischen ‘Zlin’-Kunstflugzeug erflogen. Im Frühjahr 1972 bekam er das damals modernste Kunstflugzeug, den ‘Acrostar’. ![]() Nachdem Norbert Holzberger mit diesem Flugzeug aus dem Trainingslager in Allendorf-Eder zurückgekehrt war, stürzte er am 6. Mai 1972 beim ersten Vorführungsflug vor den Augen seiner Flugsportkameraden am Schenkenfeld tödlich ab. Die Unfallursache wurde nie restlos geklärt. Mögliche Ursachen könnten mangelnde Erfahrung mit dem neuen Flugzeug oder Überbelastung des Körpers durch die extrem hohen Fliehkräfte bei den Kunstflugfiguren gewesen sein. Zur bleibenden Erinnerung haben ihm seine Kameraden vom Flugsport-Club Würzburg am Flugplatz eine Gedenktafel mit der Aufschrift gewidmet: ‘Große Leidenschaften sind für große Seelen’. Zurück zu den Anfängen am Flugplatz Schenkenturm: der Motorflugsport, der ab 1955 ebenfalls wieder erlaubt war, konnte nun auch in Würzburg wieder Fuß fassen. Die ‘Fluggruppe Noell’, die zu jener Zeit in Hammelburg flog, kam jetzt immer öfter zum Schenkenturm, um die Würzburger Piloten auf ihrem ‘Scheibe SF 23 Sperling’ einzuweisen und zu schulen. Schon ab 1960 erwarben die Gebrüder Meder und Krauß, später dann auch Karlheinz Stattelmann, Helmut Gerst und Heinz Deckert ihren Motorflugschein auf dem ‘Sperling’. Unter dem Vorsitz von Dr. Fritz Därr wurde dann 1965 die alte ‘Mü 13 E’ durch den ‘Bergfalken III’ ersetzt. Auch der ‘Zugvogel’ konnte gegen eine ‘Ka 6 E’ ausgetauscht werden. Dazu kam noch ein Übungs-Einsitzer ‘Ka 8’, ebenfalls von Schleicher in Poppenhausen/Rhön gebaut. Immer mehr zeigte sich, daß das Gelände am Schenkenturm thermisch für den Segelflug ausgezeichnet zu nutzen war. 300- und 500-Kilometer-Flüge, die meist nach Frankreich führten, waren keine Seltenheit mehr. Im Winterhalbjahr 1969/70 wurde in der clubeigenen Werkstatt in der mittlerweile abgerissenen Pleicher Schule die wohl umfangreichste Überholungsarbeit an einem Flugzeug durchgeführt. Unser treues altes Schleppflugzeug ‘Stieglitz’ mußte grundüberholt werden. Unter Anleitung des Werkstattleiters Arno Meder wurde das dreißig Jahre alte Rumpfgerüst entrostet und neu aufpoliert. Jede Rippe mußte genau unter die Lupe genommen werden, geprüft und nötigenfalls erneuert werden. Der Siebenzylinder- ‘Siemens’-Sternmotor mit 150 PS aus dem Jahr 1939 wurde ausgebaut und zur Überholung an den Luftfahrttechnischen Betrieb Röder in Egelsbach gegeben. Dorthin wurden im März 1970 mit einem Lastwagen auch die überholten Einzelteile des ‘FW 44’ gebracht und wieder zusammengebaut. ![]() Endlich war es soweit. Mit Arno Meder am Steuer erschien der ‘Stieglitz’, eine bläuliche Ölfahne hinter sich herziehend, am Himmel über Würzburg und setzte sanft auf der Landebahn auf. Der Ölverbrauch war auf dieser kurzen Strecke fast so hoch wie der Benzinverbrauch gewesen. Unsere unermüdlichen ‘Mechaniker’ Erich Gräf und Karlheinz Stattelmann schafften aber, was die Techniker in Egelsbach nicht vermochten, und brachten den Motor wieder auf Vordermann. In diesem Zusammenhang sollen ein paar Worte über die Werkstatt eines Flugsportvereines gesagt werden. Die Stadt Würzburg stellte dem FSCW freundlicherweise 1958 nach dem Abzug aus den Räumen der Pestalozzi-Schule einen Kellerraum in der Pleicher Schule zur Verfügung. Eine solche Werkstatt ist für einen Flugsportverein unentbehrlich. Hier werden unter fachkundiger Leitung eines geprüften Werkstattleiters die Flugzeuge überholt und ihr technischer Zustand überwacht. In jedem Frühjahr werden die Maschinen von einem Flugzeugsachverständigen neu abgenommen und geprüft. Junge Flugschüler werden so in die Geheimnisse des Flugzeugbaus eingeführt und das Verantwortungsgefühl eines jeden wird gestärkt. Nach der langen Vorstandsära von Dr. Fritz Därr - er war immerhin neun Jahre lang 1. Vorsitzender - nahm eine junge Mannschaft die Geschicke des Vereins in die Hand. Neue Herausforderungen kamen auf Dr. Dieter Will (‘Diwi’) und sein Team zu. Der Segelflugzeugbau wurde durch die Kunststoffbauweise revolutioniert. Auch der FSCW wollte daran teilhaben und so wurde 1974 die ‘Ka 6 E’ durch einen modernen Kunststoffsegler ‘ASW 15’ ersetzt. Später kam dann noch ein ‘Mistral’ hinzu. |
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